Behandlung – ursachengerecht und evidenzbasiert
1) Reiz vermeiden & Stimmökonomie
Rauchstopp ist die wichtigste Maßnahme – er reduziert Symptome und endoskopische Reizzeichen messbar. Zudem: Luft befeuchten, Staub und Chemikalien meiden, Trinkmenge optimieren, Sprechpausen einlegen, Mikrofon nutzen.
Stimmtherapie
Bei Fehlbelastung hilft eine gezielte Stimmtherapie (Ökonomisierung, Atem- und Resonanztechnik); sie sollte nach Kehlkopfsicht verordnet werden.
Inhalationssprays (ICS)
Bei Heiserkeit unter ICS: Dosis prüfen, Spacer einsetzen, nach jeder Inhalation den Mund spülen; bei Verdacht auf Candida-Laryngitis ist eine gezielte antimykotische Therapie erforderlich.
2) Refluxbedingte Laryngitis (LPR)
LPR ist eine häufige Mitursache chronischer Heiserkeit und multifaktoriell bedingt; die Symptome sind unspezifisch.
Goldstandard zur Bestätigung ist die hypopharyngo-ösophageale Impedanz-pH-Messung (Nachweis von >1 pharyngealem Refluxereignis).
Therapie laut europäischer Konsensusleitlinie (2024): zuerst Lebensstil (Gewichtsreduktion bei Übergewicht, spätes Essen vermeiden, Kopfteil erhöht), Stressreduktion, Alginat/Antazida; PPI werden für nachgewiesen saure LPR/GERD eingesetzt und möglichst kurz gegeben; bei ausbleibendem Effekt umstellen statt hochtitrieren.
3) Medikamente – mit Augenmaß
Ohne klare bakterielle Ursache sind Antibiotika nicht angezeigt. Systemische Kortikosteroide sollten weder routinemäßig noch vor der Laryngoskopie verabreicht werden.
4) Sonderfälle
Bei Verdacht auf Pilzbefall, Autoimmun-/Granulomatose (z. B. GPA, Sarkoidose) oder spezielle Infektionen erfolgt eine gezielte Diagnostik (Abstrich/Biopsie, Serologie, ggf. Bildgebung) sowie eine spezifische Therapie.