Glottoplastik

Vocal Fold Webbing, Stimmfeminisierung

Die Glottoplastik zur Stimmfeminisierung

Die Glottoplastik ist eine Operationstechnik, bei der die Erfahrung von Wendler, Kim, Hess und anderen Phonochirurgen zu einer optimierten OP-Technik zusammengeführt werden.

Die Operation erhöht die Sprechhöhe, indem die Vibrationslänge der Stimmbänder verkürzt und dadurch die Vibrationsfrequenz der Stimmlippen erhöht wird. Einige der unteren Tonhöhen fallen anschließend weg.

Das Hauptziel der Glottoplastik ist die Grundtonerhöhung durch Anspannen, Kürzen und/oder Ausdünnen der Stimmlippen in symmetrischer Weise. Alle drei Techniken führen rein physiologisch zu einer Erhöhung der Schwingungsfrequenz der Stimmlippen. Da unser Ohr im Hinblick auf die Geschlechtserkennung auch auf das Resonanzspektrum im Vokaltrakt (‚Timbre’) anspricht, kann durch chirurgische Verkleinerung der supraglottischen Resonanzräume meist ein zusätzlich unterstützender Effekt der Stimmfeminisierung erzielt werden.
Auch wenn die weibliche Stimme nicht nur durch den höheren Grundton definiert ist, so ist die operative Verkürzung der Stimmlippen der wesentliche Teil unserer Begleitung zur Stimmfeminisierung.

Einge Informationen zur Glottoplastik und Stimmfeminisierung von Prof. Markus Hess.
Ein Beispiele, wie eine Stimme vor und nach der Glottoplastik klingen kann. Mehr Beispiele hier…

Das vordere Drittel der nur wenige Millimeter langen, grazilen Stimmlippen wird mit allerfeinsten mikrochirurgischen Instrumenten zart ausgedünnt und mit einem haardünnen, widerstandsfähigen Faden permanent zusammengenäht.

Nähte bei der (Glottoplastik)
Stimmfeminisierung
Nähte der Stimmlippen
Fadenstärke OP-Fäden
Chirurgische Fäden für die Glottoplastik. Je höher die Ziffer desto dünner der Faden. Für unsere Glottoplastik verwenden wir nur die sehr dünnen 6-0 Fäden. Einige Kollegen verwenden 3-0 oder 4-0 Fäden. Dieses hochauflösende Foto wurde mit unserem ‚high-end‘ Operationsmikroskop aufgenommen und zeigt einen eindrücklichen Vergleich der Dimensionen von chirurgischen Fäden.

Die Operation Glottoplastik

Die Stimmlippen werden operativ durch anteriore Vernähung und nachfolgende permanente Verwachsung stimmfunktionell verkürzt, sodass im posterior verbleibenden, schwingenden Abschnitt eine höhere Grundfrequenz erzwungen wird. Eine zusätzliche Kombination mit anterior-lateraler Augmentation, Injektion und Ausdünnung der inferioren Stimmlippenanteile kann nützlich sein.
Vorteile: Die Stimmlippen werden funktionell gekürzt, der Tonhöhenumfang ist für tiefe Töne (gewollt) eingeschränkt. Die Operation ist in Mikrolaryngoskopie und ohne Eingriff von außen durch den äußeren Hals möglich. Schon mit zwei Nähten kann eine dauerhafte Stimmerhöhung erreicht werden (nach Anderson sogar ohne Nähte) und die OP kann in der Verheilungsphase sinnvollerweise mit einer streng anterioren, bilateralen, temporären Augmentation zum Zusammendrücken der zusammenwachsenden Stimmlippenabschnitte kombiniert werden. Zusätzlich lassen sich mit Laserreduktion von posterior-lateralem Stimmlippengewebe die verbleibenden schwingenden Stimmlippenabschnitte ausdünnen und die Sprechstimmlage erhöhen – auch später noch als Korrektureingriff. Mit einer Glottoplastik kann eine deutliche Stimmerhöhung im Bereich von bis zu einer Oktave (je nach Technik) erreicht werden.
Nachteile: Die OP-Technik ist nicht leicht durchführbar und verzeiht nur selten eine übermäßige und unpräzise Ausführung (Irreversibilität und Heiserkeit). Eine Btx-Ininjektion zur temporären Schwächung des M. vocalis im Rahmen der Verheilungsphase ist nach wenigen Monaten abgeklungen. Die Modulationsfähigkeit der Stimme kann eingeschränkt und ebenso die sehr laute Stimmgebung reduziert sein. Nach einer Stimmfeminisierungsoperation ist eine aktive Stimmtherapie, die Trans*Voice-Stimmarbeit dringend zu empfehlen.

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