Rekurrensparese

Recurrensparese, Stimmbandlähmung, Stimmlippenlähmung

Was ist eine Rekurrensparese?
Rekurrensparese – die Diagnostik
Stimmtherapie oder Augmentation?
Was ist eine Thyroplastik?
Verhalten nach der Operation

Rekurrensparese – Was ist das?

Rund 10.000-mal pro Jahr wird in Deutschland die Diagnose Rekurrensparese gestellt.  Eine Rekurrensparese (auch Stimmlippenlähmung, Kehlkopflähmung, Parese, Stimmlippenstillstand, Stimmlippenminderbeweglichkeit genannt) ist eine Schädigung des Kehlkopfnerven (Nervus recurrens) und führt zu einer Lähmung der Stimmlippe. Ursachen der Stimmbandlähmung sind oft Operationen oder Erkrankungen am Hals oder im oberen Thorax (also an Schilddrüse, Halsschlagader, Halswirbelsäule, Herz, Lunge, Lymphknotenvergrößerungen aber auch Metastasen). Häufig gibt es aber auch keine erkennbare Ursache. Als Folge ist die Bewegung der Stimmlippe der betroffenen Seite gestört und die Stimmlippen schließen nicht mehr richtig.

Symptome einseitige / beidseitige Rekurrensparese

Die Symptome einer einseitigen Rekurrensparese unterscheidet sich ganz grundlegend von dem einer beidseitigen Parese: Heiserkeit, Verschlucken, Atemgeräusch, keine laute Stimmgebung, behauchte Stimme, Doppelton. Der Stimmklang ist verhaucht, leise und heiser. Bei manchen Patienten ist nur die laute Stimme beeinträchtigt. Häufig kommt es auch zu einer Schluckstörung mit Verschlucken. Bei einer einseitigen Lähmung steht die Heiserkeit im Vordergrund, bei einer beidseitigen Lähmung kommt es häufig zu Atemproblemen. Alle diese Symptome einer einseitigen Rekurrensparese können mit einer „Unterfütterung“ der gelähmten Stimmlippe in der Regel gut behandelt werden.

Erfahrungsbericht eines Patienten mit Stimmbandlähmung
Erfahrungsbericht einer Patientin mit Rekurrensparese

Therapie der Rekurrensparese

Das MEDICAL VOICE CENTER ist Spezialist für die Behandlung der Stimmbandlähmung. Das gilt sowohl für die konservative, als auch für die stimmchirurgische Therapie der Stimmbandlähmung.
Ein bewährtes Verfahren, um die Folgen der einseitigen Rekurrensparese zu therapieren, ist die Stimmlippen-Augmentation („Unterfütterung“). Die Weiterentwicklung der Implantate und Operationstechniken eröffnete immer wieder neue Möglichkeiten.  Neben der stimmchirurgischen Behandlung zur Stimmverbesserung, die wir deutschlandweit am häufigsten durchführen, ist eine Stimmtherapie zu empfehlen – und bei Vorliegen einer Schluckstörung zusätzlich eine Schlucktherapie.

Stimmlippen-Augmentation – was ist das?

Ein schon seit über 100 Jahren bekanntes Verfahren ist die sog. Stimmlippen-Unterfütterung oder Stimmlippen-Augmentation. In ambulanter Kurznarkose wird eine Substanz in die gelähmte Stimmlippe gespritzt. Dadurch wird die gelähmte Stimmlippe zur Mitte verlagert und der Kontakt der Stimmlippen bei Stimmgebung verbessert. Anschließend ist sofort eine laute, kräftige Stimmgebung möglich.

Substanzen zur Augmentation

Es stehen viele verschiedene Substanzen zur Verfügung, die sich vor allem durch ihre Konsistenz, die Festigkeit und die Resorbierbarkeit im zeitlichen Verlauf unterscheiden. Häufig genutzte Substanzen sind u.a. Hyaluronsäure und körpereigenes Fett. Wir benutzen alle Präparate ebenso wie körpereigenes Fett und verfügen über Erfahrungen mit allen auf dem deutschen Markt erhältlichen Implantaten.

Stimmbandlähmung
Stimmbandlähmung
Stimmlippenstellung vor der Behandlung
Rekurrensparese nach Augmentation
Glottisschluss nach Augmentation
Stimmlippenstellung nach der Behandlung

‚Probefahrt‘ – Augmentation mit einem resorbierbaren Material

Ist eine Parese frisch aufgetreten und eine spontane Erholung zu erhoffen, kommen zunächst schnell resorbierbare Substanzen in Frage (Auflösung wählbar innerhalb von Wochen bis Monate). Eine Stimmlippen-Augmentation kann dann auch als „Probefahrt“ (engl.: „trial injection“) mit einer resorbierbaren Substanz angesehen werden. Dabei hat der Patient die Möglichkeit, für eine begrenzte Zeit zu testen, wie gut er damit zurechtkommt, bevor er sich ggf. für eine dauerhafte Augmentation entscheidet. Wenn die Parese schon länger besteht oder wenn bekannt ist, dass der Nerv dauerhaft geschädigt wurde – etwa, wenn er nach Angaben des Chirurgen bei einer Tumoroperation mitreseziert („geopfert“) werden musste, dann kann u.U. gleich eine dauerhaft wirksame Augmentation durchgeführt werden. In den meisten Fällen ist diese Operation ambulant möglich. Wir haben nach weit mehr als 600 ambulanten Augmentationen noch keine schwerwiegenden Komplikationen gesehen, egal welches Präparat zur Unterfütterung verwendet wurde.

Einige Patientenstimmen

„Nach einer HWS-Operation hatte ich einen Stimmlippenstillstand rechts. Meine Stimme war weg, nur flüstern war noch möglich. Als Lehrerin, die immer gern und viel geredet hat, war für mich eine Welt zusammengebrochen.“

Lesenswerte Artikel

Mehr Informationen zum Thema Rekurrensparese finden Sie in diesen Fachartikeln:

HNO-NACHRICHTEN 2020; 50 (3):Therapie der einseitigen Rekurrensparesevon Markus Hess,  Susanne Fleischer.

HNO-NACHRICHTEN2016; 46 (2): „Durch Augmentation wieder gut bei Stimme

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