Augmentation der Stimmlippen

Unterfütterung der Stimmlippen

Augmentation der Stimmlippen – was ist das?

Augmentation bedeutet, dass die Stimmlippe(n) mit einem Füllmaterial gezielt unterfüttert werden. Dadurch schließt der Stimmlippenspalt wieder besser – die Stimme klingt voller, tragfähiger und weniger behaucht. Das Verfahren hat eine über 100-jährige Tradition und profitiert heute von modernen, gut verträglichen Materialien. Typische Gründe sind einseitige Stimmlippenlähmung (UVFP), Altersstimme (Volumenverlust/Bowing), Atrophie oder kleine Schlussinsuffizienzen nach Entzündungen/Eingriffen.

Die Technik der Unterfütterung der Stimmlippen, auch bekannt als Augmentation, ist bereits über 100 Jahre alt. Dennoch erlebt diese Methode durch die Entwicklung neuer Implantat-Materialien einen bedeutenden Aufschwung.

Wie läuft der Eingriff ab?

Die Augmentation erfolgt ambulant – je nach Situation in lokaler Betäubung („in-office“) oder in Vollnarkose. Das Material wird endoskopisch (durch die Nase/Mund) oder perkutan (durch die Halshaut) präzise in die Stimmlippe eingebracht. Viele Patient:innen merken sofort eine Stimmverbesserung. Anschließend erhalten Sie klare Verhaltenstipps (kurze Schonung, dann dosierter Aufbau).

Prof. Markus Hess erklärt die Technik der Augmentation bei einer Rekurrensparese
Stimmlippen-Augmentation einseitig
Stimmlippen-Augmentation
Stimmlippen-Augmentation beidseitig
Stimmlippen-Augmentation
Die Stimmlippen können wieder schließen.

Wie läuft der Eingriff ab?

Die Augmentation erfolgt ambulant – je nach Situation in lokaler Betäubung („in-office“) oder in Vollnarkose. Das Material wird endoskopisch (durch die Nase/Mund) oder perkutan (durch die Halshaut) präzise in die Stimmlippe eingebracht. Viele Patient:innen merken sofort eine Stimmverbesserung. Anschließend erhalten Sie klare Verhaltenstipps (kurze Schonung, dann dosierter Aufbau). ScienceDirect

Materialien & Haltbarkeit (Auswahl)

  • Carboxymethylcellulose (CMC; z. B. Prolaryn Gel): kurzfristig (ca. 1–3 Monate) – ideal als „Probewirkung“ oder Überbrückung in der Frühphase einer Lähmung.

  • Hyaluronsäure (HA): mittelfristig (meist 6–12 Monate), sehr gut verträglich und viskoelastisch stimmlippennah.

  • Calcium-Hydroxylapatit (CaHA; z. B. Radiesse Voice/Prolaryn Plus): länger wirksam (häufig >12 Monate, teils ~18 Monate); Studien zeigen vergleichbare 24-Monats-Ergebnisse wie HA – die Wahl richtet sich nach Befund und Ziel.

  • Autologes Fett: körpereigen; Haltbarkeit variabel, kann lang anhalten, erfordert Entnahme (nicht „in-office“).

Im Video erklärt Prof. Markus Hess die postoperativen Verhaltensmaßnahmen nach einer Stimmbandaugmentation.

Gut zu wissen: Es gibt kein „bestes“ Material für alle Fälle. Wir besprechen Nutzen, Haltbarkeit und Plan B (z. B. Nachfüllung oder später Thyroplastik) transparent mit Ihnen.

Kurz zusammengefasst

Augmentation füllt die Stimmlippe gezielt auf → besserer Schluss, vollere und stabilere Stimme.
Ambulant, oft in lokaler Betäubung; Material und Haltbarkeit werden passend zum Befund gewählt (CMC/HA/CaHA/Fett).
Sicheres Verfahren mit seltenen Nebenwirkungen; Silikon-Injektionen gelten heute eher als obsolet.
Teil eines Stufenplans – bei Bedarf später Thyroplastik als dauerhafte Option.

Lesetipp zum Thema:Durch Augmentation wieder gut bei Stimme“ in den HNO-NACHRICHTEN

Wirksamkeit

Augmentation verbessert Stimme und Verständlichkeit bei glottischer Insuffizienz – oft bereits kurz nach dem Eingriff. Systematische Arbeiten zeigen signifikante Zugewinne in Stimmfragebögen und Akustik; HA und CaHA schneiden ähnlich gut ab, Re-Augmentationen sind je nach Ausgangslage normal.

Sicherheit & mögliche Nebenwirkungen

Das Verfahren gilt als sicher. Mögliche, meist vorübergehende Effekte: Halskratzen, leichte Schluckbeschwerden, „zu viel/zu wenig“ Füllung (korrigierbar). Selten: Materialreaktionen. Dauerhafte Silikon-Injektionen werden heute kaum noch empfohlen, da Granulome und Spätreaktionen beschrieben sind.

Augmentation oder Thyroplastik?

Beides Medialisationsverfahren – mit unterschiedlichem Ansatz:

  • Augmentation: Injektion von innen; ambulant, ggf. wiederholbar; ideal bei unklarer Erholung (z. B. frühe UVFP) oder moderatem Spalt.

  • Thyroplastik Typ I: Implantat von außen am Kehlkopfgerüst; dauerhafte Lösung bei stabiler Lähmung/Atrophie.
    Die Entscheidung hängt von Befund, Zielen und Zeitachse ab – wir planen das individuell.