Heiserkeit – was ist das?
Heiserkeit (Dysphonie) ist kein eigenes Krankheitsbild, sondern ein Symptom: Die Stimmlippen schwingen nicht mehr regulär – die Stimme klingt rau, behaucht, brüchig oder ist zeitweise weg. Im Laufe des Lebens sind viele Menschen einmal betroffen („häufiges Symptom“). rcot.org
Die Heiserkeit wird durch eine Störung der Stimmlippenschwingung hervorgerufen.
Ursachen lassen sich grob in zwei Gruppen einteilen:
• Organisch: z. B. Entzündungen (akut/chronisch), Polypen, Zysten, Knötchen, Reinke-Ödem, Papillome, Kontaktgranulome, Narben, Lähmungen (Rekurrensparese), Folgen von Operation/Intubation, seltener Tumoren.
• Funktionell: Stimmtechnik/Überlastung mit Fehlspannung (Muskelspannung-Dysphonie) – ohne sichtbaren Gewebeschaden.
Für Störungen der Singstimme wird klinisch der Begriff „Dysodie“ verwendet (nicht: Dysonie).
Typische Anzeichen
Veränderung von Klang, Tonhöhe oder Lautstärke, schnelle Stimmermüdung, Stimmabbrüche, „Doppelton“, erhöhter Luftverbrauch, Räusperzwang oder Kloßgefühl. Im Extremfall ist gar keine Stimmbildung mehr möglich (Aphonie). rcot.org
Diagnose
Zentral ist die Laryngoskopie (flexible Videoendoskopie, ideal mit Stroboskopie): Sie zeigt Beweglichkeit und Schleimhautschwingung und unterscheidet funktionelle von organischen Ursachen. Antibiotika oder Kortison „auf Verdacht“ – vor Sichtbefund – werden nicht routinemäßig empfohlen.
Behandlung – abhängig von der Ursache
Das Vorgehen richtet sich nach dem Befund:
• Funktionell: Stimmtherapie (Ökonomisierung, semi-okkludierte Übungen/Resonanz, Haltungs- und Atemarbeit), Stimmhygiene, Belastungssteuerung.
• Entzündlich: Schonung statt Flüstern, Hydrierung, Reizkarenz (Rauch/Staub/Alkohol), ggf. gezielte Therapie bei spezieller Ursache.
• Benigne Läsionen (Polyp, Zyste etc.): stimmtherapeutisch beginnen; wenn nötig mikrochirurgisch schonend abtragen – mit prä-/postoperativer Stimmtherapie.
• Lähmung/Tumor/andere Sonderfälle: spezifische HNO-Abklärung und Therapie nach Leitlinie.
Was Sie selbst tun können (allgemein)
• Stimme relativ schonen (normal/leise sprechen, nicht flüstern), regelmäßige Sprechpausen.
• Ausreichend trinken, trockene/staubige Luft meiden, Rauchstopp.
• Im Lärm Mikrofon/Verstärkung nutzen.
• Räuspern vermeiden – besser „sanft husten, dann schlucken“.
• Ärztliche Kontrolle, wenn keine Besserung
Wann sollte das ärztlich abgeklärt werden?
Bitte eine Kehlkopfspiegelung (Laryngoskopie) veranlassen, wenn Heiserkeit länger als 3–4 Wochen anhält oder „Red Flags“ vorliegen: Atemnot/Stridor, Blutbeimengungen, schmerzhafte Schluckstörung mit Gewichtsverlust, tastbarer Halsknoten, starke Raucheranamnese, frische Operation/Intubation.
Was Sie selbst tun können (allgemein)
• Stimme relativ schonen (normal/leise sprechen, nicht flüstern), regelmäßige Sprechpausen.
• Ausreichend trinken, trockene/staubige Luft meiden, Rauchstopp.
• Im Lärm Mikrofon/Verstärkung nutzen.
• Räuspern vermeiden – besser „sanft husten, dann schlucken“.
• Ärztliche Kontrolle, wenn keine Besserung
Kurz zusammengefasst
Heiserkeit ist ein Warnsignal gestörter Stimmlippenschwingung – häufig und meist gut behandelbar. Wichtig sind die frühe Kehlkopfsicht bei Dauer > 3–4 Wochen oder Red Flags sowie eine ursachenbezogene, leitlinienbasierte Therapie (Stimmtherapie zuerst; gezielte Maßnahmen je nach Befund).
Lesetipps:
Wie Heiserkeit per Mikrochirurgie behebbar ist. (Medical Tribune)
Heiserkeit und Räuspern behandeln. (Hamburger Ärzteblatt)

Beschwerden:
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Druckgefühl
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Schluckbeschwerden
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Sprechanstrengungen
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Atemnot
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Stimmversagen
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Halskitzeln
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Räusperzwang
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Frosch-im-Hals
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Schluckzwang
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Hustenreiz
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Umkippen der Stimme

Ursachen Heiserkeit:
Ich werde heiser …

… häufig:
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Allergie
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Schnupfen
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Schreien
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Trockene Luft
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Saures Aufstoßen (Reflux)
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Singen
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… speziell:
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Corona Erkrankung
… mit dieser Stimme:
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Leise
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Rauh
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zu hoch
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zu tief
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Kratzig
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Tonlos
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Doppeltönig
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Belegt
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Gepresst
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Erschöpft
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Brüchig