Platelet-Rich Plasma (PRP)

PRP für die Stimme – Regeneration der Stimmlippen bei Narben, Sulcus und Atrophie

Platelet-Rich Plasma (PRP) – Was ist das?

Platelet-Rich Plasma (PRP) ist ein innovatives, biologisches Therapieverfahren, das zunehmend zur Behandlung von Stimmstörungen eingesetzt wird. Dabei wird aus dem Blut des Patienten ein hochkonzentriertes, wachstumsfaktorreiches Plasma gewonnen. Diese fördern gezielt die Regeneration geschädigter Strukturen der Stimmlippen. Die Behandlung mit Platelet-Rich Plasma (PRP) ist eine moderne, regenerative Therapie zur Verbesserung der Stimme. Besonders bei Stimmlippennarben, Sulcus vocalis und altersbedingter Stimmlippenatrophie kann PRP die Schwingungsfähigkeit der Stimmlippen deutlich verbessern. Auch für Sänger:innen, Sprecher:innen und Menschen mit hoher stimmlicher Belastung bietet PRP eine schonende und effektive Option zur Regeneration der Stimmlippen.

Was ist PRP und wie wirkt es?

PRP (Platelet-Rich Plasma) wird durch Zentrifugation aus Eigenblut gewonnen. Es enthält eine hohe Konzentration an Thrombozyten, die Wachstumsfaktoren wie PDGF, TGF-β und VEGF freisetzen. Es handelt sich um sogenannte Wachstumsfaktoren – biologische Signalstoffe, die die Geweberegeneration steuern. Sie werden in hoher Konzentration aus den Blutplättchen (Thrombozyten) im PRP freigesetzt. Diese Substanzen:
• fördern die Zellregeneration
• verbessern die Gewebeelastizität
• stimulieren die Kollagenneubildung
• unterstützen die Durchblutung
Für die Stimmlippen bedeutet das: Verbesserung der Schwingungsfähigkeit und der Stimmqualität.

Hauptindikationen an den Stimmlippen

1. Stimmlippennarbe (Vocal Fold Scar)

Narbengewebe führt zu einer verminderten Schwingungsfähigkeit der Stimmlippen. PRP kann hier die Gewebestruktur verbessern und die Elastizität teilweise wiederherstellen.

2. Sulcus vocalis

Beim Sulcus handelt es sich um eine Einziehung der Stimmlippe, die häufig mit Stimmproblemen einhergeht. PRP kann helfen, die oberflächliche Schicht (Lamina propria) zu regenerieren und die Stimme zu stabilisieren.

3. Stimmlippenatrophie (Presbyphonie).

Im Alter kommt es zu einem Volumenverlust der Stimmlippen. PRP kann die Gewebedicke und die Funktion verbessern und damit zu einer kräftigeren Stimme beitragen.

PRP-Injektion in die Stimmlippen
The appearance of the vocal folds pre- and post-platelet-rich plasma injection. The affected vocal fold undergoes a unilateral subepithelial injection of platelet‐rich plasma, resulting in superficial distension of the epithelium. Autor: Santa Maria et al.

Weitere Anwendungsbereiche

PRP wird zunehmend auch eingesetzt:
• bei funktionelle Glottisinsuffizienz (unzureichender Stimmlippenschluss)
• nach Operationen zur Verbesserung der Heilung
• bei frühen degenerativen Veränderungen der Stimmlippen
• beruflich stark beanspruchten Stimmen (z. B. Sänger:innen, Sprecher:innen)
• begleitend zu anderen Injektionstechniken

Ablauf der PRP-Behandlung (ambulant, minimalinvasiv)

• Blutentnahme aus der Armvene
• Aufbereitung des PRP (Zentrifugation, benötigt ca. 30 Min.)
• gezielte Injektion in die Stimmlippe (meist in lokaler Betäubung, z. B. transnasal oder perkutan)
Die Injektion dauert in der Regel nur wenige Minuten und erfolgt ohne Vollnarkose.

Vorteile von PRP
• Verwendung von körpereigenem Material → sehr gute Verträglichkeit
• geringes Risiko für Nebenwirkungen
• regenerative statt rein „auffüllende“ Therapie
• wiederholbar und kombinierbar

Aktuelle Studienlage
Die wissenschaftliche Evidenz zeigt zunehmend positive Ergebnisse, insbesondere bei wie Narben und Sulcus. Allerdings handelt es sich weiterhin um ein sich entwickelndes Feld.

Fazit
PRP stellt eine vielversprechende Erweiterung der modernen Stimmtherapie dar. Besonders bei strukturellen Veränderungen der Stimmlippen bietet es eine biologische, regenerative Behandlungsoption, die über klassische Verfahren hinausgeht.

Von der Rekonstruktion zur Regeneration

Besonders vielversprechend sind die Fortschritte im Bereich regenerativer Verfahren. Die klassische Phonochirurgie versucht, die Folgen von Stimmlippennarben, des Sulcus und der Stimmlippenatrophie zu kompensieren. Die regenerative Medizin verfolgt ein anderes Ziel: Sie möchte die geschädigte Lamina propria biologisch reparieren. Hier liegt möglicherweise die Zukunft der Therapie. In den letzten Jahren hat die Anwendung von Platelet-Rich-Plasma-(PRP)-Injektionen in die Stimmlippen besondere Aufmerksamkeit gefunden. PRP wird aus patienteneigenem Blut gewonnen und enthält hohe Konzentrationen verschiedener Wachstumsfaktoren

Quellen und Literatur: